Geschichte des Museums

 

Hjerl Hede Freilichtmuseum ist ein staatlich anerkanntes, kulturgeschichtliches Spezialmuseum. Das Museum wurde
1930 von Direktor Hans Peter Hjerl Hansen gegründet und bis 1979 von der Hjerl-Stiftung betrieben. 1979 wurde das
Museum von der Stiftung abgetrennt, als eine in sich selbst ruhende Institution.

Das Museum besteht aus dem Alten Dorf, dem Jütländischen Forstmuseum und dem Moorwirtschaftsmuseum.
Die Sammlung von Gebäuden auf Hjerl Hede Freilichtmuseum umfasst mehr als 50 verschiedene Gebäude, die
sowohl Bauweise als auch eine Reihe von charakteristischen Elementen der älteren dänischen Dorfkultur beleuchten. 

Mitten im Alten Dorf liegt der Dorfteich, von Höfen, Schmiede, Gasthof, Pfarrhof, Kirche und Mühlen umschlossen.
"Vinkelgården", der älteste Bauernhof Dänemarks, ist eines dieser Gebäude. Die Höfe und Häuser im Dorf sind mit Mobiliar,
Hausgerät und Textilien aus der alten Bauerngesellschaft eingerichtet. Um ein vielfältiges und lebendiges Bild von der alten
dänischen Dorfkultur zu geben, sind bei den einzelnen Gebäuden zeitcharakteristische Gärten angelegt. Auf ähnliche Weise
sind die unmittelbaren Umgebungen der Gebäude mit Feldern, Hürden, Misthaufen, Hühnerställen und Brunnen wieder hergestellt
worden. Das Museum hat einen großen Bestand an alten dänischen Haustierrassen, wie grau-weiß geschecktes Vieh, dänische
Landschafe, dänische Landgänse, Truthühner und schwarz-weiß gescheckte Schweine.

Das Waldmuseum und das Moorwirtschaftsmuseum beleuchten die Ausnutzung dieser beiden Landschaftstypen. Im Forstmuseum
kann man dem Weg des Holzes folgen, von den keimenden Samen in der Baumschule zur Verarbeitung der großen Holzstämme
im Dampfsägewerk. Das Moorwirtschaftsmuseum zeigt, wie vor zwei Menschenaltern die Torfmasse zu „æltetørv“ („Knettorf“)
verarbeitet und in holzarmen Gegenden als Heizmittel verwendet wurde.

 

Verlebendigung

Das Freilichtmuseum Hjerl Hede ist im Sommer und zu Weihnacht lebendig. Die erste Verlebendigung der ganzen Museumswelt
spielte sich im Jahre 1932 auf Hjerl Hede ab. Seitdem ist sie ausgebaut und raffiniert worden und das Freilichtmuseum auf
Hjerl Hede kann heute die umfassendste Verlebendigung überhaupt vorzeigen.

Auf Hjerl Hede werden Sie dem Meister in seiner Werkstatt begegnen. Das Museum pflegt eine lange Tradition, die alten
Landhandwerke durch Freiwillige zu zeigen. Während der Verlebendigung arbeiten die Handwerker in den authentischen Rahmen der Werkstätten.
Die Sammlung umfasst eine Stellmacherei/ Radmacherei, eine Böttcherei, eine Reeperbahn, einen Schuhmacher, eine Drechslerei
und eine Schmiede. 

Es ist auch möglich zu erleben, wie der Zimmermann das Holz mit seinem Beil behauen hat, die Bretter mit einer Handsäge gesägt
hat, und die Latten mit einer Axt bearbeitete. Hjerl Hede Freilichtmuseum hat sich auch die Aufgabe gestellt, neue Handwerker
in aussterbenden Berufen auszubilden. Neulich hat das Museum einen Böttcher ausgebildet, und er ist jetzt Mitglied vom festen Team
der Handwerker im Museum. Außerdem hat das Museum eine Stellmacherausbildung begonnen.

Eine Auswahl von handgearbeiteten Produkten und hochwertigen Souvenirs werden im Museumsladen verkauft.

 

H .P. Hjerl Hansens Gedenkstein über seine Mutter 

Du hast das schwarze dänische Brot genügsam gebrochen

Und zwischen Gatte, Kind und Heim dein Herz geteilt

Du hast nur den Anspruch gegen dich selbst erhoben

Du hast das Kind gesäugt, die Kuh gemolken und Flachs geschwungen

Bier gebraut, Lichter gegossen und gebuttert

Du hast kardiert, Strümpfe gestrickt und gewoben

Hast Dreschflegel gebraucht, Mangelbrett und Spinnrad

Hast Garben hinter der scharfen Sensenklinge gebunden

Und hattest doch Zeit, dem Himmel Gedanken zu senden

Für dich, dessen Erinnerung ewig in meinem Herzen lebt

Und für alle, die treu die stille Arbeit der Frau nachkommen

Für dich und sie habe ich diesen stillen Gedenkstein errichtet  

H. P. Hjerl Hansen